100 years

8CM

1933

Maserati 8CM

Der 8CM ist einer der ersten Monoposti von Maserati. Sein Achtzylinder-Reihenmotor mit 2.991,4 Kubikzentimetern leistet in seiner stärksten und ausgereiftesten Version 240 PS bei 5.800 Touren und damit 20 PS mehr als das ursprüngliche Aggregat. Diese Leistungssteigerung wird durch eine sorgfältige Überarbeitung des Verbrennungsraums und anderer Details erzielt. Der Schwachpunkt ist jedoch das Chassis. Von der schlanken Basis des Maserati 4CM 1100 abgeleitet, erweist es sich zu schwach für die große Kraft des Achtzylinders, was anfangs die Leistungen des Rennwagens beeinträchtigt.

Produktionsbeginn 1933
Produktionsende 1935
Siege 1
Chassis Längsträger mit Querträgern aus profiliertem Stahl
Länge 3.850 mm
Breite 1.570 mm
Höhe 1.200 mm
Radstand 2.560 mm
Gewicht 785 kg
Motor L8, vorn, längs
Hubraum 2.991,4 ccm
Leistung 176 kW (240 PS) bei 5.500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
Getriebe Schaltgetriebe, 4 Gänge

Der 8CM im Rennen

Un destino di successo

Obgleich Maserati noch keine große Erfahrung in der Konstruktion von Monoposti hat, nimmt die Realisierung des Maserati 8CM nur wenig Zeit in Anspruch. Bereits im März 1933 wird das erste Fahrzeug mit der Chassis-Nummer 3005 fertiggestellt. Es debütiert noch im selben Jahr mit Raymond Sommer hinter dem Lenkrad beim Großen Preis von Tunis. Das Debüt ist nicht sehr erfolgreich, da das Fahrzeug aufgrund von technischen Problemen vorzeitig ausscheidet. Diese „Kinderkrankheiten“ sind jedoch alsbald überwunden. Bereits beim Großen Preis von Monte Carlo geht Zendher mit dem zweiten Exemplar, Chassis-Nummer 3006, an den Start. Die erste Version des 8CM erzielt indes keine bemerkenswerten Resultate. Schuld daran ist die ungenügende Steifigkeit des Chassis, das den Beanspruchungen des gewaltigen Achtzylinders und der riesigen Trommelbremsen mit 400 Millimetern Durchmesser nicht standhält. Etliche Rennfahrer, darunter auch Giuseppe Campari, beklagen sich bei Maserati über das zu leichte Chassis, das vom Maserati 4CM 1100 abstammt.

Tazio Nuvolari und die Wende

Der Eintritt von Tazio Nuvolari bei Maserati markiert für den 8CM eine entscheidende Wende. Nuvolari besaß schon einen 8CM, und zwar das von Sommer gekaufte Exemplar. Er kennt die Unzulänglichkeiten des Chassis daher nur zu gut. In der Werkstatt von Maserati befindet sich bereits ein fertiges Exemplar (Chassis-Nummer 3007), das von der Scuderia Ferrari in Auftrag gegeben, aber niemals abgeholt worden war. Nuvolari beschließt daher, es von Decimo Campagnoni, seinem persönlichen Mechaniker, und von Luigi Parenti, Mechaniker von Maserati, überarbeiten zu lassen. So wird der vordere Chassisbereich versteift und kommt ein neues Lenkgetriebe hinzu, das die vorherige Version vom Fiat 522 ablöst. Auch die Bremsanlage erfährt eine Weiterentwicklung, um eine höhere Modularität zu erzielen. Dank dieser Verbesserungsmaßnahmen erzielt der Maserati 8CM Nummer 3007 von Tazio Nuvolari beim Großen Preis von Belgien einen Debütsieg.

Die Entwicklung der Technik

Der 8CM basiert auf dem Chassis des Maserati 4CM 1100, das aufgrund seiner geringen Abmessungen besonders wenig Gewicht hat. Im Frontbereich wird anstelle des Vierzylinder-Reihenmotors ein mächtiger Achtzylinder mit 2.991,4 Kubikzentimetern eingebaut, der sich durch eine raffinierte Technik auszeichnet. Roots-Lader mit vorgelagertem Weber Vergaser, zwei Ventile pro Zylinder mit zwei obenliegenden Nockenwellen und Druckumlaufschmierung sind nur einige Merkmale dieses Aggregats, das eine Bohrung von 69 Millimeter und einen Hub von 100 Millimeter aufweist. Mit der Zeit kommen zu den ursprünglichen 220 PS noch ungefähr 20 PS hinzu. Erzielt wird das durch eine Überarbeitung der Verbrennung: Das Verdichtungsverhältnis steigt von 5,26:1 auf 6,35:1, was die Höchstleistung von ursprünglich 5.500 Touren bis auf 5.800 Touren bringt. Für die Einzelzündung verwenden die Rennfahrer je nach ihrer persönlichen Vorliebe eine Magnetzündung von Bosch oder von Scintilla. Auch bei den Reifen haben die Fahrer freie Wahl, von Pirelli über Englebert bis hin zu Dunlop. Im Jahr 1934 überarbeitet Maserati das Fahrzeug, um die Reglements der einzelnen Meisterschaften zu erfüllen. Der 8CM besitzt einen Tank mit einem Fassungsvermögen von 150 bis 170 Litern, der direkt hinter der Fahrerzelle eingebaut ist. Er befindet sich damit in einer bei einem Unfall besonders gefährlichen Einbauposition. Um das Fahrzeug während der Rennen in besonders kurzer Zeit auftanken zu können, werden zwei spezielle Stutzen eingebaut, die unter dem Namen Tipo Maserati bekannt sind, wenngleich sie von Giuseppe Bonora aus Bologna zum Patent angemeldet sind. Unter dem Fahrersitz befindet sich zudem ein Ölbehälter mit 43 Litern Füllinhalt, der für die riesigen, hydraulisch betätigten Trommelbremsen mit einem Durchmesser von 400 Millimetern erforderlich ist. Mit den Jahren lassen sich die einzelnen Rennfahrer die Fahrzeuge in verschiedener Weise überarbeiten. So kommen Motoren mit mehr als 300 PS zum Einsatz und finden etliche Experimente statt, darunter auch eine kombinierte Verwendung der beiden unterschiedlichen Roots-Lader, von der dann jedoch zugunsten einer einfacheren Lösung mit Einzelladern Abstand genommen wird.

Technische Daten

01

Erzielt wird das durch eine Überarbeitung der Verbrennung: Das Verdichtungsverhältnis steigt von 5,26:1 auf 6,35:1, was die Höchstleistung von ursprünglich 5.500 Touren bis auf 5.800 Touren bringt.

02

Für die Einzelzündung verwenden die Rennfahrer je nach ihrer persönlichen Vorliebe eine Magnetzündung von Bosch oder von Scintilla.

03

Im Frontbereich wird anstelle des Vierzylinder-Reihenmotors ein mächtiger Achtzylinder mit 2.991,4 Kubikzentimetern eingebaut, der sich durch eine raffinierte Technik auszeichnet.

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