100 years

DIE GEBRÜDER MASERATI

Eine Familie, eine Leidenschaft

Die Geschichte von Maserati ist die Geschichte einer Familie mit kühnen, mutigen, zukunftweisenden Ideen. Sie beginnt bei Rodolfo Maserati, Vater von sieben Söhnen, Eisenbahner im italienischen Königreich und Begründer einer Generation, die Automobilgeschichte geschrieben hat. Die Maserati Brüder werden zwischen 1881 - Carlo Maserati - und 1898 - Ernesto Maserati – geboren und damit ist eine Familie mit einer großen Leidenschaft für Motoren und Rennwagen gegründet worden.

Carlo Maserati

Der überaus aufgeweckte, ideenreiche Carlo ist der Erstgeborene der Maserati Familie. Im Alter von nur 17 Jahren baut er seinen ersten Einzylindermotor. Damit erregt er die Aufmerksamkeit von Fiat in Turin, wo er als Testfahrer angestellt wird. In den Abendstunden nach dem Feierabend baut er sein erstes Auto. Holzchassis und Einzylindermotor: In gewisser Weise der erste Maserati der Geschichte. In den Folgejahren wechselt Carlo Maserati zuerst zu Isotta Fraschini und dann zu Bianchi, wo er als Rennfahrer tätig ist, wobei er jedoch seiner Leidenschaft für die Automobil-Konstruktion niemals ganz abschwört. Im Jahr 1908 wird er Geschäftsführer des Mailänder Unternehmens Junior. 1909 gründet er ein eigenes Unternehmen für die Produktion von leistungsstarken Flugzeugmotoren. Carlo Maserati stirbt im darauffolgenden Jahr an einer schweren Lungenerkrankung.

Società Anonima Officine Alfieri Maserati Alfieri Maserati

Noch vor seinem Tod führt Carlo Maserati seinen erst sechzehnjährigen Bruder Alfieri bei Isotta Fraschini ein. Alfieri Maserati gewinnt alsbald das Vertrauen von Cesare Isotta, der ihn zuerst als Mechaniker und dann als Rennfahrer einsetzt. Im Jahr 1913 eröffnet Alfieri seine erste eigene Werkstatt in Bologna mit einem Reparaturdienst für Isotta Fraschini. 1914 gründet Alfieri mit einigen seiner Brüder das Unternehmen Società Anonima Officine Alfieri Maserati. Wenige Monate später bricht der erste Weltkrieg aus: Alfieri und sein Bruder Ettore werden eingezogen während der erst 17 Jahre alte Ernesto tagsüber in der Werkstatt arbeitet und abends die Fachschule besucht.

Der Krieg kann die Entstehung von Maserati nicht aufhalten

Während der Kriegsjahre gehen die Maserati Brüder unbeirrt ihren Weg: Alfieri montiert die Motoren von Kampfflugzeugen und meldet gemeinsam mit dem Rennfahrer Vincenzo Trucco eine Hochleistungszündkerze zum Patent an. Als der Dichter Gabriele D‘Annunzio seinen legendären Propagandaflug nach Wien unternimmt, ist der Motor seines Flugzeugs mit eben diesen Zündkerzen bestückt. Zur gleichen Zeit arbeitet auch das Unternehmen Società Anonima Officine Alfieri Maserati in Bologna in verschiedenen Bereichen weiter.

Nach dem Krieg verlegen die Maserati Brüder ihre Werkstatt in den Bezirk Pontevecchio an einen geeigneteren und größeren Standort. Hier konstruieren Alfieri, Ernesto und Ettore den ersten Maserati der Geschichte. Mario Maserati, ein weiterer Bruder, der sich aber weniger für Motoren und vielmehr für Kunst interessiert, erhält den Auftrag, das Logo des neuen Unternehmens zu erschaffen. Auf Rat des Marchese Diego de Sterlich, eines engen Freundes der Familie, verwendet Mario für die Gestaltung den Dreizack des Meeresgottes Neptun, der den berühmten Brunnen auf der Piazza Maggiore krönt und damit ein Symbol der Stadt Bologna ist. Auch die Farben des Maserati Logos stehen ganz in der Bologneser Tradition: Blau und Rot.

1920 kehrt Alfieri zum Motorsport zurück, anfangs mit einem SCAT, später mit einem Nesseldorf. Die Fahrleistungen dieser Fahrzeuge überzeugen ihn jedoch nicht. So beschließt er 1921, einen eigenen Rennwagen zu bauen. Alfieri verwendet ein Chassis von Isotta Fraschini, das er mit einem Hispano Suiza Motor bestückt. Die Konstruktion wird durch die Verwendung eines SCAT Getriebes und Komponenten von anderen zeitgenössischen Automobilen noch komplizierter. Das von Alfieri gebaute Auto debütiert am 24. Juli 1921 auf der Rennstrecke im Mugello. Es fährt sofort den zweiten Platz in seiner Kategorie ein. Der erste Sieg lässt hingegen noch zwei Monate auf sich warten. Im September 1921 ist es endlich soweit: Alfieri und Ernesto Maserati siegen beim Susa-Moncenisio-Rennen und geben damit den Auftakt für eine lange Erfolgsserie. Mittlerweile beginnt auch die Presse sich zu fragen wer wohl dieser Maserati ist, der mit einem selbstgebauten Fahrzeug vor renommierten und etablierten Marken die Ziellinie passiert.

Der Beginn einer Epoche

Im Jahr 1922 beginnt Alfieri Maserati für Diatto zu arbeiten und mit dem Turiner Rennteam zu fahren. 1925 zieht sich Diatto aufgrund von finanziellen Problemen aus dem Motorsport zurück. Die Brüder Maserati erwerben daraufhin, dank der unerlässlichen finanziellen Unterstützung von Diego de Sterlich, zehn Chassis Diatto 30 Sport, woraus dann die ersten Fahrzeuge mit dem Tridente entstehen. 1926 entsteht der Maserati Tipo 26, eine Weiterentwicklung des Diatto GP 8C. Er lässt die Träume und Studien von Alfieri Wirklichkeit werden.
 

Der Tod von Alfieri und die Rückkehr von Bindo

Alfieri erringt in den frühen dreißiger Jahren etliche Siege. Den ersten internationalen Sieg verbucht Maserati im Jahr 1930 beim Großen Preis von Tripolis. Die Rennerfolge und damit die Produktion von Rennwagen reißen nun nicht mehr ab. Alfieri Maserati wird von der italienischen Regierung mit dem Titel „Cavaliere del Lavoro“ (dt. Ritter der Arbeit) geehrt. Im Jahr 1932 dann der tragische Verlust: Er stirbt während einer Operation an der einzigen Niere, die ihm nach einem schweren Unfall im Jahr 1927 noch verblieben ist. Die Gebrüder Maserati trauern. Und geben nicht auf: Bindo verlässt Isotta Fraschini und tritt dem Familienunternehmen bei. Er wird Präsident von Maserati und setzt damit die Geschichte im Zeichen des Dreizacks fort.